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Met herstellen

Met herstellen

Ich trinke gerne lieblichen Wein. Unter anderem auch Met. Als ich beim ersten Treffen der SCA Gruppe Shire Drei Eichen war, wurde ich gefragt, warum ich mir den Met nicht selber machen würde. Das wäre viel günstiger als kaufen und würde auch Spaß machen.

Daraufhin suchte ich im Internet nach Rezepten und Anleitungen und wurde fündig. Ich habe eine Menge Webseiten zum Thema Met gefunden. Viele Rezepte und Berichte, aber die meisten waren mir zu ungenau. Von meinem Opa bekam ich ein Heft von Kitzinger mit einem Rezept und ein wenig Hintergrundinformationen. Mein Opa, der übrigens Hobbyimker ist, lieh mir seinen Gärballon und schenkte mir einige Gläser seines ausgezeichneten Honigs.

Ich bestellte mir die Zutaten und das Kitzinger Weinbuch. Ich verschlang das Buch innerhalb weniger Tage und fing dann an mit den Vorbereitungen. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen! Alle Themen werden ausführlich beschrieben.

ACHTUNG: Die folgenden Erläuterungen sind keine Anleitung, sondern nur ein Erfahrungsbericht. Es kann passieren, dass am Ende das Ergebnis nicht die gewünschte Form hat. Mit anderen Worten: Es kann in die Hose gehen! Sollte es, wie ich sehr hoffe, klappen, erarbeite ich eine ausführliche Anleitung! Lest bitte auch den Haftungsausschluss.

Zutaten

  • 1 Kultur Kitzinger Reinzuchthefe Typ Portwein
  • 10 Tabletten Kitzinger Hefenährsalz
  • 80 g Kitzinger Milchsäure 80%
  • 2 l naturtrüber Apfelsaft
  • 6 kg Honig
  • 14 l Leitungswasser
  • 20 g Weizenmehl

Werkzeuge

  • 1 Kunststoffgärballon 30 l von Speidel
  • 1 Gäraufsatz Hobby1
  • 1 großen Topf
  • 1 klare Weinflasche
  • 1 großen Kochlöffel
  • 1 Thermometer
  • 1 Waage
  • etwas Watte

Alle Zutaten und Hilfsmittel kann man unter www.arauner.com bestellen.

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Samstag den 06.03.2004

Ich nahm eine leere saubere klare Weinflasche, füllte 750 ml Apfelsaft und die Weinhefe hinein. Danach wurde das ganze mit Watte verschlossen und 4-6 Tage in einem Raum bei 20-25° C aufbewahrt. Die Hefe sollte sich dadurch vermehren. Dies ist wichtig, da der Honig schlechter und langsamer gärt als Fruchtweine und bei 20 l Met die Menge an Hefe sonst nicht ausreicht.

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Am Anfang tat sich nichts. Aber dann bildete sich Schaum auf dem Apfelsaft und am Boden der Flasche setze sich die Hefe ab. Ein bis zwei mal pro Tag habe ich die Flasche geschwenkt, damit die Hefe aufgewirbelt wurde und die Vermehrung besser verlief.

Mittwoch den 10.03.2004

Dann war es soweit. Ich nahm mir den großen Topf, stellte ihn auf unseren Gasherd und füllte ihn mit 14 l warmen Leitungswasser. Ich erhitzte das Wasser bis auf maximal 50° C um den Honig nicht zu schädigen. Dann löste ich den Honig im Wasser auf. Das war eine ganz schön klebrige Angelegenheit. Wer die 6 kg Honig aus 500 g Gläsern herausholen muss, wird sich wundern wie anstrengend das ist. Als der Honig komplett aufgelöst war, ließ ich die Honigsuppe auf 30° C abkühlen. Normalerweise sollte man sie auf 25° C abkühlen lassen, aber es war schon ziemlich spät.

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Zuerst füllte ich das Honigwasser in den sauberen Gärballon. Dann zermalmte ich die Hefenährsalztabletten zu Puder. Dazu legt man die Tabletten in ein gefaltetes Stück Papier und rollt mit einer leeren Flasche darüber. Ich vermischte das Nährsalz mit 1 l Apfelsaft und gab es in den Gärballon. Dann die Milchsäure und das Weizenmehl dazu. Als letztes kamen der Apfelsaft mit der Hefe, sowie der restliche Apfelsaft dazu. Oben auf dem Spundloch wurde der Hobby 1 Aufsatz angebracht und bis zur Markierung mit Wasser gefüllt. In das mittlere Rohr kam noch etwas Watte als zusätzlicher Filter. Der Aufsatz Hobby 1 wurde verschlossen und der Gärballon in den Hobbyraum gestellt.

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Freitag den 12.03.2004

Die Gärung hat scheinbar schon begonnen, da der Behälter einen deutlich wahrnehmbaren Hefegeruch verströmt. Dies kommt durch das erzeugte CO2, welches die Luft aus dem Behälter drückt. Ein bis Zwei Mal pro Tag schwenke ich den Ballon. Dann steigen Bläschen durch den Hobby 1 auf.

Samstag den 20.03.2004

Ich habe den Met zum ersten Mal probiert und er schmeckt wie Federweißer, nur halt mit Honig. Die Gärung geht nur langsam voran. Wenn ich am Fass horche, höre ich wie der Met gärt und dabei schäumt. Ich hatte aber erwartet, dass man regelmäßige Luftblasen im Hobby1 aufsteigen sieht. Ich glaube, dass es in dem Raum dafür zu kalt ist und hoffe, dass das Wetter jetzt mal langsam wärmer wird.
Immerhin kann man jederzeit mal probieren. smile-grin.gif

Montag den 29.03.2004

Ich habe den Met in den Heizungsraum verlagert. Dieser Raum hat eine Temperatur von 25-28° C. Ich habe gedacht, dass dadurch die Gärung ein wenig angeregt würde. Dies hat aber nichts gebracht. Man hört nur noch wenig Aktivität innerhalb des Gärballons. Immerhin steigen noch Blasen durch den Hobby1 auf, wenn ich den Ballon schüttel. Das heißt die Gärung ist noch nicht abgeschlossen.
Der Met an sich schmeckt immer mehr nach Wein, d.h. er wird immer saurer (trockener).

Sonntag den 16.05.2004

Die Gärung scheint abgeschlossen zu sein. Zum einen schweckt der Met leicht brandig (herb, bitter) und nach dem Schütteln steigt nur noch wenig Kohlendioxid auf. Nun kommt der Met in den Keller damit er kühl steht. Dort soll er sich innerhalb von 2-4 Wochen klären, d.h. die Hefe und die Trubstoffen am Boden absetzen.

Sonntag den 13.06.2004

Ich habe den Met aus dem Keller geholt. Die Hefe hat sich weitestgehend am Boden des Gärballons abgesetzt. Nun ist es Zeit den Met abzuziehen. Der Gärballon wird auf einen Tisch gestellt und geöffnet. Ein Gefäß (bei mir der Kochtopf) wird gesäubert und unter den Gärballon auf den Boden gestellt. Mit einem Plastikschlauch (am besten durchsichtig) wird der Met vom Gärballon zum Kochtopf umgefüllt. Dabei soll so wenig Hefe wie möglich aufgewirbelt werden und in den Kochtopf gelangen. Die letzten 2-3 Liter bleiben im Gärballon um die Hefe rauszuspülen.

Ein wenig Honigwein habe ich in ein Glas mit gegeben, 2g Kaliumdisulfit reingestreut und aufgelöst. Das Gemisch kommt in den Kochtopf und dessen Inhalt wird verrührt. Der leere Gärballon wird gründlich gereinigt und der Met wieder umgefüllt. Ein sauberes Tuch soll die letzten großen Partikel ausfiltern.

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