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Bauanleitung Spinetester

Bauanleitung Spinetester

Wenn man einen Bogen mit einem Pfeil spannt und die Sehne losläßt, dann schnellt die Sehne nach vorne. Der Pfeil versucht, aufgrund seiner Trägheit, in seiner statischen Position zu verbleiben. Dadurch wird der Schaft des Pfeils verbogen. Je mehr sich ein Pfeil beim Abschuß verbiegt, desto geringer ist sein Spinewert (seine Steifheit).
Es gilt nun die Steifheit des Pfeils genau auf die Stärke des Bogens abzustimmen, da ein Bogen mit höherem Zuggewicht den gleichen Pfeil mehr verbiegt als ein schwacher Bogen.
Ist der Pfeil zu weich oder zu hart, wird der Pfeil nicht optimal fliegen.

Was ist ein Spinetester?

Mit einem Spinetester mißt man die Steifheit der Pfeilschäfte. Es ist eine einfache Aperatur, die sich jeder selber herstellen kann. Mit einem Spinetester ist man in der Lage seine Pfeile zu messen und nach Spine zu sortieren und somit möglichst gleichmäßige Pfeilsätze zu erstellen. Dies verbessert das Schußbild.

Wie sieht ein Spinetester aus?

Unten ist mein Spinetester dargestellt. Ich benutze einen einfachen Meßschieber, da ich diesen zu Hause habe und mir die Neuanschaffung eines digitalen zu teuer ist.

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Wie kommt man auf sowas?

Den Spinetester habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Es war nicht meine Idee! Ich habe ihn nach einer Anleitung von Aagaard nachgebaut, die man auf der Webseite Fletcher's-Corner unter Bauanleitungen finden kann. Die Bauart und das Funktionsprinzip stammt ursprünglich von Henning. Aagaard hat sehr schöne Bilder mit Maßangaben bereitgestellt. Ich möchte hier das ganze nur noch ein wenig ausführlicher Beschreiben. Frei nach dem Motto: "Lieber eine Anleitung zu viel, als eine zu wenig!" smile-daumen.gif
Außerdem ist mir durch die Anfertigung der Anleitung noch ein Fehler an meinem Spinetester aufgefallen, den ich sonst nicht so leicht entdeckt hätte. Die Mühe hat sich also schon gelohnt.

Material

  • 1 Brett 73 x 18,5 x 2 cm
  • 1 Vierkantholz 5,4 x 3,4 x 80 cm
  • 2 Holzleimklemmen 50 mm
  • 4 Haken 2,6 x 30 mm
  • 3 Metallwinkel 50 x 50 mm
  • 1 Metallwinkel 30 x 30 mm
  • 22 Pax Kreuzschrauben 4 x 16
  • Holzleim
  • Holzstab 70 x 0,9 cm (Pfeilschaft)
  • 2 Gummis
  • 1 Meßschieber

Alle Materialien und Hilfsmittel kann man im Baumarkt kaufen.

Werkzeuge

  • Holzsäge
  • Metallsäge
  • Pinsel
  • Kreuzschraubendreher
  • Schleifpapier

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Von Plänen und Anleitungen

Zu erst wollte ich nur die unten stehende Anleitung schreiben und auf meine Homepage stellen. Ich hoffte, dass sie leicht verständlich ist und ausreicht um einen Spinetester nach zu bauen. Dann habe ich diese Anleitung meiner Frau gezeigt und sie fand sie zu kompliziert und meinte, dass manche Menschen mehr mit einem Bauplan als mit einer Beschreibung anfangen können. Daraufhin habe ich zusätzlich einen Bauplan erstellt, den man unter spinetester.pdf abrufen kann.

Sägen

Das Grundbrett sollte mindestens 73 cm lang und 10 cm breit sein. Mein Brett habe ich in der Breite nicht verkürzt, da es so stabiler steht und weniger arbeit war.smile-grin.gif
Das Vierkantholz kann auch etwas dicker oder dünner sein. Mein Baumarkt hatte diese Größe und die ist gut zu verarbeiten. Vom Vierkantholz schneidet man 2 x 20 cm, 1 x 29 cm und 1 x 9,5 cm Stücke ab.

Leimen

Nachdem man die Kanten geglättet hat, wird das 9,5 cm und das 29 cm Teil zusammen geleimt.

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Metallverarbeitung

Die Winkel hatten nicht genau 90°, deshalb habe ich sie etwas zurecht biegen müssen.
Man muss zwei der 4 Haken mit einer Säge kürzen, damit man später auch dickere Schäfte spienen kann. Dazu spannt man sie einfach in einen Schraubstock und sägt sie gerade ab.

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Halterbau

Dann nimmt man 2 Winkel und schraubt sie unten auf die Vorderseite der 20 cm Vierkanthölzer. Die gekürzten Haken werden mittig und 2 cm von der oberen Kante in die Viekanthölzer geschraubt. Die normalen Haken schraubt man mittig und 2 cm von der oberen Kante des Winkels ein. Nun hat man zwei Halter.

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Maßarbeit

Der erste Halter wird einfach bündig mit der rechten und der vorderen Kante des Brettes festgeschraubt. Nun nimmt man den Holzstab und macht feine Striche als Makierung an folgende Stellen: 2, 35 und 68 cm von einem Ende entfernt. Man stellt den zweiten Halter auf das Brett und zwar bündig mit der vorderkante des Bretts. Auf die beiden Halter legt man nun den Holzstab. Die erste Markierung (2cm) muss nun genau über dem Haken des festgeschraubten Halters liegen. Dann fixiert man den Stab mit einem Gummi an dieser Seite. Nun verschiebt man den losen Halter bis die dritte Markierung (68 cm) genau über dem Haken des losen Halters liegt. An dieser Position wird der zweite Halter festgeschraubt. Nun sind die beiden Haken an den Haltern genau 66 cm (68 - 2 cm = 26 inch) voneinander entfernt.

Das geklebte Teil ist das Mittelstück. Daran befestigt man die Klammern. Sie halten später den Meßschieber. Die Klammern haben ein Loch im letzten Drittel. Wir befestigen die Klammern mit einer Schraube am Mittelteil. Diese Schraube liegt horizontal mittig und von der Unter- bzw. Oberkante jeweils 1 cm entfernt. Am Schluß wird unten auf die Vorderseite noch ein 50 mm Winkel angebracht. Ich habe an der Seite noch einen kleinen Winkel angebracht um dem Mittelteil mehr Stabilität zu verleihen.

spinemitte.jpgspinemitte2.jpg

Nun setzen wir den Meßschieber ein und stellen das Mittelstük auf das Brett. Wir richten es so aus, dass der Messschieber genau auf die zweite Markierung (35 cm) des Stabes zeigt. Dann ist der Messschieber genau in der Mitte zwischen den beiden Haltern (35 - 2 = 33 cm = 66 / 2). Festschrauben und fertig.

Gewichtssache

Als letztes braucht man ein Gewicht, das in die Mitte gehängt wird und so den Schaft durchbiegt. Dieses Gewicht muss genau 907 Gramm haben. Ich habe meinen Onkel gefragt, der mir ein solches Gewicht gebaut hat. Nochmal vielen Dank an dich Robert!

Hier ein Bild vom Gewicht:

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War doch ganz einfach, oder? bandit.gif

Vermessungsarbeiten

Wie mißt man nun den Spinewert mit unserem tollen Spinetester? Der Schaft des Pfeils wird auf den Spinetester gelegt. Dabei muss die Maserung des Holzes parallel zur Messrichtung liegen. D.h. senkrecht nach unten (siehe Abbildung unten).

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Der Schaft wird mit den Gummis fixiert um ein verrutschen oder drehen zu verhindern. Der Meßschieber wird soweit nach unten gedrückt, bis die untere Kante des Meßschiebers leicht auf dem Schaft aufliegt, ohne ihn zu biegen. Nun hängt man das Gewicht an den Schaft. Es soll genau mittig plaziert werden um eine möglichst genaue Messung zu erhalten.

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Der Schaft biegt sich nun durch. Der Meßschieber wird nun ausgefahren, bis der Meßdorn den gebogenen Schaft berührt und der Wert vom Meßschieber abgelesen. Man vergleicht das Ergebnis mit dem Wert aus der Spinewerttabelle und kennt nun den Spinewert des Schafts.

Danksagung

Vielen Dank an Aagaard und Henning. Ohne die Anleitung von Aagaard hätte ich nie einen Spinetester gebaut. Von ihm stammt der Originalbauplan und die Spinewerttabelle. Von Henning stammt das Funktionsprinzip und die Bauart.

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